How to kill a great organisation?:

Glaubwürdigkeit leben in einem klaren Wertekontext

 


…ist eines der „Erfolgsgeheimnisse“ von Josef Hochreiter

In dieser Folge unserer Podcast-Serie „How to kill a great organisation“ sprach Elisabeth Leyser mit Josef Hochreiter, Gründer und Miteigentümer der Next Generation Holding. Unter dem Motto „Working for a better Future“ wurde die Next Generation Holding zu einem globalen Technologie-Anbieter, der erfolgreich die Transformation von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft im Bereich Kunststoff ausbaut. Next Generation ist als Unternehmen mit Nachhaltigkeitsfokus definiert und als solches schon viele Jahre erfolgreich.

Einsame Traumstrände – voll mit Plastikmüll.

Für Hochreiter ist Umwelttechnik schon seit vielen Jahren ein zentrales Thema, um die langfristige Entwicklung unseres Planeten zu sichern. Ein Schlüsselerlebnis war für Hochreiter ein Segeltörn rund um die thailändische Insel im Jahre 2011, wo ihn die Verschmutzung der Strände mit Plastikmüll zum Umdenken brachte:

„Was kann man dazu beitragen, das zu verhindern? Das hat letztendlich dazu geführt, dass wir dann gemeinsam unsere Post-Consumer-Strategie, das Thema Kreislaufwirtschaft, diesen Weg von einer linearen zu einer Circular Economy  begonnen haben 2011 zu definieren.“

Plastikabfall wird wieder lebensmittelauglich

Hochreiter geht dann darauf ein, wie das Unternehmen das Thema Post Consumer Strategy, Kreislaufwirtschaft  definiert hat, insbesondere in den Bereichen, PET Flaschen, Polyester-Aufbereitung, Recycling und Abdeckung von Polyester, und damit eine sehr interessante Entwicklung gestartet hat. Eine neue Technologie, Liquid State Polykondensation, ermöglichte es, dass gebrauchte Kunststoffe am Ende des Prozesses einerseits recycelt werden, andererseits aber auch  aufgewertet werden und Schluss des Prozesses wieder lebensmitteltauglich sind.

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Unternehmens spielen Verfahrenstechnologie, Prozess-Know how und natürlich Innovation. Speziell in der heutigen Zeit, wo es darum geht, von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl wegzukommen ist das Thema Kunststoff Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung.

Bei NGH heißt es „People & Culture“ und nicht „Human Ressourcen“

Hochreiter hebt die Bedeutung der Mitarbeiter besonders hervor:

„mittlerweile heißt das bei uns nicht mehr Human Resources, wie es so schön heißt in vielen Unternehmen, sondern bei uns heißt es einfach People and Culture. Um auch den Stellenwert hier noch einmal herauszustreichen, wie wichtig das ist.“

Neben Talenten und Mitarbeitern ist natürlich eine klare Vision für die Entwicklung notwendig, zu wissen, wohin die Reise geht.

Um die Frage, wie gelingt es, im CO2-Ausstoß den Carbon Footprint zu verbessern, um die Auswirkungen auf das Klima auch entsprechend besser zu steuern, zu beantworten, bedarf es für Hochreiter Menschen mit Neugierde und Interesse an dem Thema:

„Und dann braucht es natürlich  Leidensfähigkeit und Konsequenz zum einen. Aber zum anderen natürlich, dass man gerne mit Leuten Visionen und Ideen teilt, damit man gemeinsam doch größere Ziele realisieren kann. Ich glaube, das sind die wesentlichen Themen.“

Eine klare Vision und gute Leute dafür zu begeistern ist für Hochreiter das Wichtigste:

„Das setzt aber natürlich voraus, dass man über die Jahre Schritt für Schritt bei den Mitarbeitern, im Unternehmen, bei den ganzen Kooperationspartnern Vertrauensbasis schafft. Dass man auch letztendlich authentisch und berechenbar in den einzelnen Vorgehensweisen ist und nicht sofort, wenn der Wind bläst, sofort die Prinzipien verlässt. Sondern auch in schwereren Situationen diese Glaubwürdigkeit  ausstrahlt und auch lebt.“


Das Interview in voller Länge:

Elisabeth Leyser: Willkommen zum MetaShift Transformations Podcast. In unserer Podcast Serie befassen wir uns damit, was dazu führt, dass ein Unternehmen langfristig immer weiter Wert entwickeln kann oder gegebenenfalls vorzeitig scheitert. Wir sprechen mit Eigentümer:innen, erfahrenen Führungskräften, aber auch Expert:innen und versuchen immer besser zu verstehen, was die Erfolgskriterien sind. Heute ist Herr Josef Hochreiter, Gründer und Miteigentümer der Next Generation Holding und somit der in dieser Holding versammelten Unternehmen, bei mir zu Gast. Herzlich willkommen, Herr Hochreiter! Herr Hochreiter ist seit zwölf Jahren in der New Generation Recycling tätig, hat diese jahrelang geleitet und zu einem führenden Unternehmen der Branche ausgebaut. Seit 2020 konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung auf der Ebene der Holding und dort unter dem Motto „Working for a better Future“ darum einen globalen Technologie-Anbieter zur Unterstützung der Transformation von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft im Bereich Kunststoff auszubauen. Next Generation ist also schon als Unternehmen mit Nachhaltigkeitsfokus definiert und auch als solches schon viele Jahre erfolgreich. Herr Hochreiter, Sie sind seit 2005 schon in diesem Unternehmen tätig. Sie sind da eingetreten in das Unternehmen und haben es viele Jahre geführt. Darf ich Sie ersuchen, sich kurz als Person vorzustellen?

Josef Hochreiter: Ja, sehr gerne. Zuerst. Grüß Gott Frau Leyser. Vielen herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Podcast. Mein Name ist Josef Hochreiter. Ich bin 62 Jahre jung, habe zwei erwachsene Töchter, bin verheiratet und habe in den letzten 40 Berufsjahren, kann ich jetzt schon sagen, in unterschiedlichen Führungsfunktionen zu tun gehabt, auf der einen Seite, auf der anderen Seite. Mich aber einige Jahre auch im Bereich der Unternehmensberatung betätigt und bin dann 2005 in das Kunststoffe, in die Grundstoff-Recycling-Welt eingestiegen.

Elisabeth Leyser: Selbst das war ihnen eigentlich schon sehr früh klar, dass sie sich in diesem Feld betätigen wollen und auch, dass sie ein eigenes Unternehmen im Bereich Umwelttechnik betreiben wollen. Und seither verfolgen Sie das Ziel auch sehr, sehr konsequent weiter. Und so wie ich sehe, sind Sie wirklich jetzt auch wirklich sehr, sehr weit vorne, was die technischen Entwicklungen anlangt, und zwar speziell im Bereich Post-Consumer-Recycling, nämlich PET Flaschen. Eines der großen Probleme, eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Wie ist es Ihnen gelungen, diesen Weg so konsequent zu gehen? Was hat dazu geführt?

Josef Hochreiter: Ja, dann muss man vielleicht in der Geschichte noch ein bissl zurückblenden. So in der Mitte der 90er Jahre war ich in einem mittelständischen Unternehmen tätig, Maschinenbau-Unternehmen. Und dieses Unternehmen hat sich also mit dem Bereich Umwelttechnik unter anderem beschäftigt. Und eigentlich zu dieser Zeit wurde mir klar, persönlich klar, dass Umwelttechnik ein zentrales Thema werden wird für die für die langfristige Entwicklung unseres Planeten. Dort wusste ich natürlich noch nicht zu dem Zeitpunkt, das waren etwa zehn Jahre, bevor ich dann die Leute, die Gesellschafter der NGR, hier kennengelernt habe. Ja, und wie das Schicksal halt seine Geschichten schreibt. 2004 habe ich dann eben die Eigentümer und Gesellschafter der NGR kennengelernt und ja, und dort wurde mir klar, das ist jetzt eine Möglichkeit, ein Weg sozusagen, in diesem Bereich Umwelttechnik anzudocken. Das war auch dazu geführt, dass ich dann 2005 in diesem Unternehmen eingestiegen bin. Und wir haben dann also in den Jahren begonnen, das Unternehmen sozusagen weiterzuentwickeln, gemeinsam. 2011 war dann recht ein spannender Ausflug, wenn man so will. Ein Segeltörn. Nördliches Malaysian, südliche thailändische Insel. Und wenn man dann so um einen Katamaran durch die Inselwelt fährt und dann an Stellen anhält, wo keine Ressorts sind, sondern einfach. Ja. Man erwartet dann weiße Strände und blaue Lagunen und genau an diesen Stellen findet man extrem viel Plastikmüll, Kunststoff, Müll. Pet Flaschen und dergleichen vor, dann ist man zuerst einmal tief deprimiert. Und dann, wenn man dann in dem Marktsegment tätig ist, beginnt man zu überlegen: Was könnte da die Aufgabe drinnen sein, was kann man dazu beitragen, das zu verhindern? Und das hat letztendlich dazu geführt, dass wir dann gemeinsam eben unsere Post-Consumer-Strategie, das Thema Kreislaufwirtschaft, diesen Weg von einer linearen zu einer Circular Economy einfach dort begonnen haben 2011 zu definieren.

Elisabeth Leyser: Das heißt, es war bei Ihnen eigentlich ein privates Schlüsselerlebnis, das Ihnen so vor Augen geführt hat, wie dramatisch die Situation ist? Und Sie haben davor schon gewusst, Sie wollen sich in den Bereich begeben. Und dann noch einmal waren sie sich sicherer, offensichtlich, worauf sie fokussieren wollen. Und das ist auch mein Eindruck, wenn ich schau, wie sich ihre Unternehmen entwickelt haben, dass sie da ganz, ganz strategisch dran gegangen sind, nämlich auch, was Ankäufe anbelangt, welche Unternehmen, welchen Unternehmen sie sich beteiligt haben, aber auch, wie sehr sie an Forschung und Entwicklung arbeiten. Können Sie uns da mal erzählen, wie Sie da die Schwerpunkte gesetzt haben, um das zu erreichen, wo Sie jetzt stehen?

Josef Hochreiter: Wenn wir jetzt an diesen Milestone 2011 anknüpft, dann muss man einfach Folgendes sagen: Zum einen haben wir dann im Anschluss das Thema Post Consumer Strategy, Kreislaufwirtschaft für uns definiert und und wir haben dann auch 2011 begonnen im Bereich PET, PET Flaschen, Polyester-Aufbereitung, Recycling und Abdeckung von Polyester eine sehr interessante Entwicklung zu starten, die uns heute im Geschäft insgesamt sehr viel Freude macht, weil man einfach damit also auch die Weiterentwicklung des Unternehmens, der NGR aber auch der Gruppe entsprechend vorantreiben. Wir haben also dort begonnen PET Upcycling mit einer neuen Technologie, die heute state of the art ist, wenn man so will, in diesem Marktsegment, so genannt diese Liquid State Polykondensation, wo es uns ermöglicht wird, dass wir also auch gebrauchte Kunststoffe wieder am Ende des Prozesses einerseits natürlich recyceln, aber andererseits auch wieder aufwerten können und so weit kommen, dass wir bis zum Schluss des Prozesses wieder, sagen wir, lebensmitteltauglich sind und so also auch wieder in neue Flaschen, in die neuen Flaschenproduktion mit diesen Rezyklaten hineingehen können. Das war also die eine Seite. Die zweite wesentliche Thema sind natürlich die sogenannten Problemfälle.

Wir sprechen hier von im Wesentlichen sehr, sehr vielen Verpackungsmaterialien. Und da haben wir so uns 2013 an einem Unternehmen, am Filter Unternehmen beteiligt. Also in diesem Post Consumer, Polyolefin-Segment schon im unterwegs war. Und wir haben dann gesehen. Das ist ein Weg, wo wir also auch Exklusion, zeilich also Dinge weiterentwickeln müssen. Und wir sind dann auch in der Folge eingestiegen, dass wir uns mit einer Pyrolyse, wir nennen das hier einen T-Tracker haben wir also dann 2015 war es zirka mit der Entwicklung begonnen. Und diese Entwicklung zeigt sich jetzt auch immer mehr, dass das ergänzend zum mechanischen Recycling, der Bereich chemisches Recycling auch eine große Bedeutung im globalen Markt kriegt und ergänzend einfach in Zukunft eine beachtliche Rolle spielen wird. Und das ist aber auch wenn man so will, ein zentraler Punkt. Verfahrenstechnologie, Prozess-Know how und natürlich Innovation. Innovative Technologie nicht mit tu. Denken wir, ist einfach der Schlüssel, damit man Unternehmen nur so weiterentwickeln kann. Speziell wenn man natürlich an solche Standorten wie Mitteleuropa seinen Unternehmenssitz, insbesondere auch Österreich oder auch natürlich Deutschland hätte.

Elisabeth Leyser: Das heißt, Sie meinen, gerade wenn man in einem eher mal lohnintensiven Land tätig ist und auch einer entsprechenden Konkurrenz ausgesetzt ist. So würde ich es verstehen. Dann ist es noch einmal wichtiger, wirklich auf Innovation zu setzen und neue Wege zu entwickeln. Ich denke im Prinzip ist ja momentan besonders wichtig. Rundherum, also wo auch immer ich hinschaue, ist es besonders wichtig, auch neue Wege zu beschreiten und zu definieren, weil immer mehr sichtbar wird, dass Altes nicht mehr funktioniert, sondern sich als schädlich herausstellt. Und da denke ich mir, sie selber als Person müssen oder haben wahrscheinlich auch eine Sympathie dafür, sich weiterzuentwickeln und Neues zu erkennen und sich auch über Neues drüber zu trauen. Und da würde mich interessieren, wie es Ihnen gegangen ist in diesen Jahren der Entwicklung mit der Next Generation.

Josef Hochreiter: Na ja, vielleicht zuerst zu dem, was Sie hier sagen. Natürlich. Sie haben völlig recht. Man muss das Unternehmen und speziell jetzt auch die Technologien in eine Richtung treiben und das sieht man ja auch hier. Die dramatische Lage übersetzt in der Kleine haben. Es wird uns ja vor Augen geführt, wir müssen einfach von diesen fossilen Themen wie Öl, Gas und Öl weg und die Europäische Union ja selbst kein Gas und Öl im Wesentlichen importiert ja diese Dingen in Form von Produkten oder erzeugt auch in der Folge Kunststoffe. Das heißt das Thema Kunststoff Kreislaufwirtschaft ist ihm auch in Anbetracht der jetzigen Gemengelage, wenn man so will, ja zentrales Thema. Sie haben recht, das Ganze ist ja natürlich immer, wenn man das aus der persönlichen Sicht betrachtet, immer ein Auf und Ab. Es geht ja nicht immer, immer nur in eine Richtung vorwärts, sondern man hat immer solche, immer zwei Schritte vor einem zurück. Und genau das ist auch passiert, die letzten, die letzten 15 Jahre oder 20 Jahre und waren auch schwierige Zeiten drinnen. Letztendlich fuhren sie natürlich einen oder hat mich selbst auch einerseits bestärkt, dass man mit Zähigkeit und dem Mut nicht verlieren darf, aber gleichzeitig natürlich auch kommen bei dann gerade, wenn man in Phasen ist, wo man dann nicht genug Aufträge für die Leute hat, wo man um jeden Mitarbeiter kämpft. Kommen dann Gedanken dazu, dass man sagt okay, was muss ich da drinnen verändern? Und es verschiebt sich natürlich auch immer auch ein bissl das  Werte-Bild und gewisse Themen wie Mitarbeiter, dass man auf Mitarbeiter besonders schaut. Das sind so Themen, die so in den letzten Jahren und Jahrzehnten, also in solchen Situationen, besonders gereift sind. Und ich denke, das ist sicher dieser Weg, dieses Auf und Ab. Hinterlässt natürlich Spuren. Und ich denke schon, dass sehr viel davon hineinfließt in eine persönliche Erfahrung. Und man kann dann, wenn man mal jenseits von 60 ist, doch auf eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Auch manchmal, wenn man sich das eine oder andere blaue Auge dabei geholt hat.

Elisabeth Leyser: Ja, ja. Und dann wahrscheinlich auch entspannter, mit ein bisschen weniger kritischen Situationen als die, die schon waren, umgehen kann, wenn man schon einiges überstanden hat.

Josef Hochreiter: Nicht immer richtig. Manche Situationen ist noch immer so aufgeregt, wie man vielleicht vor Jahren war. Ja eine gewisse Gelassenheit und schläft das eine oder andere Mal vielleicht eine Nacht zusätzlich drüber, bevor man dann wichtige Dinge möchte?

Elisabeth Leyser: Ja. Was ich jetzt besonders interessant gefunden habe, war, dass Sie gesagt haben, speziell in schwierigen Situationen ist Ihr Verständnis noch einmal besonders gereift. Wie wichtig die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Ihr Unternehmen sind. Und das finde ich sehr spannend, weil ja nicht so selten wahrscheinlich die Reaktion ist, wenn es klemmt, da vielleicht auch Mitarbeiter in erster Linie als Kostenfaktor zu sehen. Und gleichzeitig glaube ich, dass es ein ganz wichtiges, unter Anführungszeichen, Erfolgsgeheimnis ist, dass man die Humanressourcen – da zögere ich jetzt gerade das Wort zu verwenden, weil ich es ein bisschen kritisch sehe – aber jedenfalls die Menschen im Unternehmen als etwas ganz besonders Wichtiges und auch nicht leicht ersetzbar betrachtet. Ich glaube aber, dass es noch zusätzliche Kriterien geben muss, warum sie so erfolgreich weiterentwickeln konnten. Was hat sie denn auf Schiene gehalten? Sozusagen? Warum haben sie sich nicht unterkriegen lassen und sind dran geblieben, auch in schwierigen Phasen?

Josef Hochreiter: Ja. Sie haben es mit dem Wort Humanressourcen für Ihre liebe Not gehabt. Habe ich verstanden. Auch dies ist eine Erfahrung, die man über Jahre dann sammelt. Da bin ich voll bei Ihnen. Und wir haben zum Beispiel jetzt mittlerweile heißt bei uns, jetzt sagen nicht mehr Human Resources, wie es so schön heißt in vielen Unternehmen, sondern bei uns heißt es einfach People and culture. Um auch den Stellenwert hier noch einmal nur stärker herauszustreichen, wie wichtig das ist. Und ich denke oft in solchen Situationen, warum und wie kann man leichter Antwort geben in kritischen, schwierigen Situationen schaut man sich natürlich an, man muss sich auch natürlich von dem ein oder anderen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin trennen. Ja, aber man schaut sich sehr kritisch an: Was hat das für Bedeutung? Fürs Unternehmen, aber auch natürlich für den Einzelnen mit seiner Familie, in seinem Umfeld. Und dort entsteht diese Sensibilität. Nun zu Ihrer Frage oder zu Ihrem Punkt. Welche Kriterien haben sonst noch dazu geführt? Neben den Talenten und den Mitarbeitern ist natürlich: Man braucht eine klare Vision. Man muss sagen: Okay, wo soll die Reise hingehen? Und da haben wir sehr früh und das war in 2011. Einerseits definiert eben dieses Thema Circular Economy in Kunststoff einfach hier diese Technologie, diese Technologien weiterzuentwickeln.

Das war lange bevor man also in der Kunststoffindustrie das Commitment zur Kreislaufwirtschaft gefunden hat. Und das zweite, was sich als auch sehr früh herauskristallisiert hat. Es war so 2015 herum, wo einfach. Das war, vielleicht auch der Anschluss dieser Entwicklung der Pyrolyse, des T-Trackers, einfach die Thematik: Wie gelingt es uns im CO2-Ausstoß den Carbon Footprint zu verbessern, um einfach die Auswirkungen auf das Klima auch entsprechend, sag ich mal, besser zu steuern? Und da braucht es natürlich eines, das wir und das bin ich schon überzeugt davon – man braucht, man muss Leute mögen und man muss mit einer klaren Neugierde auch Interessierte und tolle Leute, nicht nur Techniker, aber insgesamt tolle Leute für die Idee, für die Vision aber auch begeistern können. Und dann braucht es natürlich, ja, ich sage mal natürlich, Leidensfähigkeit und Konsequenz zum einen. Aber zum anderen natürlich, dass man gerne mit Leuten Visionen teilt, Ideen teilen und da die gewinnt, dass man gemeinsam doch größere Ziele einfach dann realisieren kann. Ich glaube, das sind die wesentlichen Themen. Die Methode ist natürlich in einem bestimmten Wertekatalog, weil sonst kommen ja die guten Leute auch nicht und schließen sich an, diese Vision realisieren zu haben.

Elisabeth Leyser: Ja, ich glaube, dass das eine sehr wichtige Kombination von Aspekten ist, die Sie jetzt erwähnt haben. Nämlich einerseits die klare Ausrichtung und auch ein offensichtlich für Sie sehr klares „Warum“. Warum tun wir das? Um das Klima letztendlich zu verbessern und weniger zu belasten. Und auf der anderen Seite habe ich Ihren Geschichten entnommen, dass Sie ja auch immer wieder auf Menschen zugegangen sind, auf Partner zugegangen sind, dass sie über Unternehmensgrenzen hinweg Partnerschaften auch errichten und betreiben können. Das heißt, Sie sind offensichtlich jemand, der gern mit anderen auch kooperiert. Und ja, und da auch die Leidenschaft in anderen erweckt, dass sie mit ihnen auf den Weg gehen, den sie für richtig halten. Ich denke, sie haben da sehr, sehr viele Erfolgskriterien genannt, die für alle Unternehmen wichtig sind. Und was mir immer so besonders wichtig ist oder wo ich mir denke, da fällt oft dann entweder, das Entwickeln leicht oder es wird schwierig – ist die Konsistenz mit der so was passiert. Wir erleben oft, dass ein Unternehmen sich an einem kleinen Teil der Veränderung festhält und aus den Augen verliert, dass die anderen Aspekte dazu passen müssen oder dass so was wie Kosmetik im Bereich von Klima-Themen ist, dass das Greenwashing getan wird. Aber auch in Bezug auf Mitarbeiter-Behandlung wird das oft als solches betrachtet. Und da würde mich interessieren, was Sie glauben, wie es gelingt, möglichst wenig Widersprüchlichkeiten in einer Organisation zuzulassen, so das Außen und Innen und auch natürlich die innere Kultur Führungskultur, dass das gut im Einklang ist und wie Sie das sicherstellen in Ihrem Unternehmen.

Josef Hochreiter: Ich glaube, wichtig ist, dass man, wie schon gesagt, eine klare Vision hat und dafür doch auch gute Leute begeistern kann. Das setzt aber natürlich voraus, dass man selbst über die Jahre sich sozusagen Schritt für Schritt bei den Mitarbeitern, im Unternehmen, bei den ganzen Kooperationspartnern nach außen eine Vertrauensbasis schafft. Dass man auch letztendlich authentisch und berechenbar in den einzelnen Vorgehensweisen ist und nicht sofort dann, wenn er bissel Wind bläst, sofort sozusagen die Prinzipien verlässt. sondern auch in schwereren Situationen, sage ich mal, oder auch in angespannten Situationen einfach diese Glaubwürdigkeit auch ausstrahlt und auch lebt. Weil die Leute sind, sag ich mal, alle letztendlich dankbar, wenn sie nicht sozusagen in Mikromanagement untergehen, sondern die sagen okay, wo geht die Reise hin? Und wenn Sie zu dem Gesagten – und das geht dann natürlich, Hängt damit zusammen, dass sie also an die Vision einerseits glauben, aber andererseits auch an die Proponenten und auch an die Treiber glauben und zu denen Vertrauen haben. Und da, glaube ich, liegt der wichtige Punkt. Das heißt, man muss sein Leben letztendlich in einen gewissen Wertekontext einfach auch tatsächlich vorleben. Doch das ist ein wichtiger Punkt. Und wenn das gelingt, dann kann man auch in guten wie in schlechten Tagen auch einmal unpopuläre Entscheidungen treffen, die wehtun. Aber es versteht dann jeder, wenn er sagt: Okay, wir wissen, wenn das ist, dann macht es sich der nicht leicht, sondern dann muss es sein. Diese Glaubwürdigkeit muss man glaube, die kann man nicht irgendwo niederschreiben in einem Leitbild oder so, sondern das muss man einfach, wenn man so will, im Unternehmen als zweite Familie auch leben. Und das ist auch dann letztendlich der Ruf, den man sich dann schafft und das Vertrauen, dass man gewinnt.

Elisabeth Leyser: Ja, ich denke, das ist ganz wichtig. Das ist einfach die persönliche Integrität, von der Sie da sprechen und die Überzeugung, die Sie auch wirklich vertreten. Danke. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und da geht es ja letztendlich am leichtesten, wenn man sich selber auch gut kennt und mit sich selber gut im Einklang ist, dann fallen die auch schwierige Entscheidungen erstaunlich viel leichter. Wenn wir jetzt an die Entwicklungen denken, in denen Ihr Unternehmen gerade drinsteckt, ganz aktuell und was Sie in den nächsten Jahren vorhaben. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren? Was tut sich da gerade, was Sie bereits öffentlich sagen können? Klarerweise.

Josef Hochreiter: Ja es tut sich momentan muss man sagen, wirklich es sehr, sehr viel. Es ist natürlich auch getrieben von der globalen Betrachtung und, dass die gesamte Welt, wenn man so will, in unterschiedlichen Ausprägungen erkannt hat: Wir müssen einfach in dem Thema Kreislaufwirtschaft für Kohlenstoff und Reduktion CO2 massiv hineingehen, massiv innovieren, massiv investieren. Und uns kommt jetzt zugute natürlich, dass wir in den letzten zehn Jahren schon eine ganze Reihe von Entwicklungen angestoßen haben. Und wir wollen einfach am hinteren Ende dann in einigen Jahren maßgeblich dazu beitragen, dass mit unseren Technologien einerseits das Thema Vermüllung unseres Planeten und auch die Reduktion der Gefahr, dass man verstärkt verzichten kann auf Öl und Gas und dass man einfach diese Produkte einfach im Kreislauf hält bzw so wiederverwendet, dass sie also nicht Klima belasten sind. Und da denke ich, diese beiden Säulen, unsere gesamte Vision oder unsere Gesamtstrategie, die daraus abgeleitet ist, ist auch ein Garant dafür, dass wir einfach tolle Leute gewinnen. Tolle Leute, die sagen „Jawohl, an dieser Aufgabe, an diesen Themen, da möchte man mitarbeiten, da möchte ich dabei sein, da möchte man gestalten, mitgestalten!“. Und da braucht es jede Menge Know how und guter Leute. Und ja, so ist es auch wieder gelungen, einen sehr interessanten CTO für die NGR eher für eine der Tochtergesellschaften in der Gruppe zu gewinnen. Und ja, und da liegt dann die große Kunst und darin, auch die Leute miteinander gut zu vernetzen. Dass aus dem Einzelnen also wirklich ein Team wird, das genau in diese Richtung weiterarbeitet. Und wenn wir das erreichen, sind wir schon wirklich einen großen Schritt weiter und ich betrachte einfach hier die nächsten 8 bis 10 Jahre als eine sehr spannende Zeit. Dieser Prozess, der hier weltweit immer mehr um sich greift und wo wir unseren Beitrag dazu leisten wollen. Und letztendlich wird dann auch wenn uns das gelingt, wird auch das Resultat sein, dass das Unternehmen sich kontinuierlich weiterentwickeln kann und auch global immer mehr wahrgenommen wird und immer mehr Bedeutung haben wird.

Elisabeth Leyser: Das heißt eigentlich ausgehend von Ihrem Unternehmenszweck oder dem – Ich will jetzt das Wort purpose nicht unbedingt strapazieren, weil sie ja schon sehr viel verwendet wird – aber von dem sehr klaren Wissen warum machen sie das alles? Nämlich um die Vermüllung des Planeten zu reduzieren und den Rohstoffverbrauch und Energieverbrauch herunterzufahren. Und da bekommen Sie natürlich Mitstreiter, weil das für alle so ein wichtiges Thema ist. Ich glaube auch, dass sehr wichtig ist, was sie zum Schluss jetzt gesagt haben. Am besten ist natürlich dann diese tollen Leute, die für sich fürs gleiche Thema mit Leidenschaft engagieren, dabei zu unterstützen, dass sie auch als Team noch mehr Kraft entwickeln können. Und jetzt frage ich Sie noch einmal nach einer Empfehlung. Jetzt stehen ja sehr viele Unternehmen und Führungskräfte gerade vor auch kritischen oder zumindest sehr konsequentsreichen Entscheidungen. Was glauben Sie, worauf ist von allem am meisten zu achten? Wo ist, aus Ihrer Sicht der größte Hebel drin, wenn es darum geht, die nächsten Jahre erfolgreiches Unternehmen zu gestalten?

Josef Hochreiter: Der größte Hebel liegt sicherlich darin, dass man hier tolle Leute begeistern kann. Tolle Leute miteinander in Teams vernetzt. Und hier natürlich entsprechend, aus meiner Sicht jedenfalls, ist es auch moderiert. Es ist in den Unternehmen, denke ich, eine der großen Herausforderungen, dass man die Leute auch sich wirklich entfalten lässt und dass man nicht zu schnell im Mikromanagement ist, sondern dass man einfach hier die Leute über ein gemeinsames Ziel, über eine gemeinsame, tragfähige Vision einfach hier begeistert und das damit steuern kann. Das ist der wesentliche Punkt wird. Das schafft die Resilienz, die wir brauchen, weil alles andere ist in diesen volatilen Zeiten, die wir haben, in diesen herausfordernden Zeiten, glaube ich, ganz schwer zu händeln. Man muss also hier wirklich sehr stark sich dezentralisieren. Ich denke hier nur um neue Leute Mitarbeiter zu gewinnen Fachkräftemangel, Engpässe etc.. Ja, man muss die Dinge wahrscheinlich einfach sehr, sehr global sehen, einfach und nicht nur digital sehen, sondern auch den Menschen auch als soziale Wesen neben der Nutzung der modernen Technologien einfach auch in den Mittelpunkt stellen. Das meint das ist also schon Kernpunkte sind, wo die Unternehmen auch durch bewegte See auch gut steuern kann.

Elisabeth Leyser: Ja, danke. Ich denke, das ist eine sehr gute Zusammenfassung dessen, was Sie als wichtig empfinden. Die Menschen begeistern, sie als Team vernetzen, das dann auch moderieren und sie dabei unterstützen, dass sie gemeinsam zur Vision beitragen können. In diesem Sinn bin ich ganz sicher, dass Sie mit Ihren Leuten und mit ihren Innovationen weiterhin sehr erfolgreich sind und noch viel beitragen werden zur Lösung der Herausforderungen, die wir vor uns haben. Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch, habe viel Neues gehört und gelernt und ich bin sicher, auch unsere Zuhörer fanden sehr spannend.

Josef Hochreiter: Ja viel herzlichen Dank! Ich möchte hiermit aus meiner Sicht mit unserem Slogan auch schließen „Working for a better future“. Wir werden unser Bestes dazu beitragen. Vielen herzlichen Dank.

Elisabeth Leyser: Danke, Herr Hochreiter. Ich danke Ihnen, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, fürs Dabeisein. Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, dann freuen wir uns natürlich sehr, wenn Sie uns über eine Podcast App abonnieren. Aber auch über gute Bewertungen freuen wir uns. Und wenn Sie es mit Kollegen und Freunden teilen, was Sie gehört haben. Das hilft uns nämlich dabei, weiterhin spannende Gäste zu gewinnen und das Thema Veränderung gerade in so herausfordernden Zeiten weiterhin zu vertiefen. Freue mich schon auf nächste Mal. Auf Wiederhören!